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Agentur, Freelancer oder Solo-Architekt — wer baut deine App?

Drei Anbieter-Modelle, drei Anreiz-Strukturen. Was jedes kostet, was jedes liefert und wie du vor der Unterschrift erkennst, welches zu deinem Projekt passt.

5. Juni 2026 · Marcel R. G. Berger · 4 min

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Du hast eine App-Idee, ein Budget, und willst sie gebaut bekommen. Es gibt am Markt genau drei Anbieter-Kategorien: Agenturen, Freelancer, Solo-Architekten. Von außen sehen sie ähnlich aus; in der Zusammenarbeit verhalten sie sich völlig unterschiedlich.

Hier ist der praktische Vergleich aus jemandem, der auf beiden Seiten Solo-Architekt war.

Agentur

Ein kleiner bis mittlerer Betrieb mit 5 bis 50 Entwicklern, Designern und Projektmanagern. Du kaufst ein Team, keine Person.

Stärken. Bench-Tiefe (jemand ist verfügbar), formale Prozesse (PM, QA, Design-System), Skalierbarkeit mitten im Projekt, ein Eskalations-Single-Point für Recht und Einkauf. Bei Budgets ab 120k € mit mehreren Stakeholdern zählt das.

Kosten. Kundenbetreuung, Vertrieb, Junior-Stellen, die mitbezahlt werden müssen, und eine Marge auf jede Senior-Stunde. Ergebnis: Agentursätze liegen typisch zwischen 1.200 € und 2.000 € pro Entwickler-Tag, und eine produktive App, die ein Solo-Architekt in drei Monaten liefert, liefert die Agentur in fünf — mit drei weiteren Leuten in den Meetings.

Wann passend. Budgets über 100k €, mehrere Stakeholder, Designer + PMs + Engineers unter einem Vertrag, oder du bist regulierter Betrieb mit Vendor-Management-Anforderungen, die der Freelancer-Markt nicht bedient.

Freelancer

Eine Person als Auftragnehmer unter eigenem Namen, üblich auf Stunden- oder Tagesbasis. Das reibungsärmste Anbieter-Modell — mit der höchsten Ergebnis-Varianz.

Stärken. Günstigster Tagessatz (typisch 600 € bis 1.100 €), schnellster Onboarding, kein Vertrieb. Zur Verstärkung eines bestehenden In-House-Teams oft die beste Wahl.

Kosten. Keine Verantwortung über die Rechnung hinaus. Kein Betrieb nach Launch — die meisten Freelancer übernehmen keinen Pager. Kein formaler Übergabe-Prozess; die Code-Qualität hängt komplett am Individuum. Und der Bus-Faktor ist eins: wird die Person krank, steht das Projekt.

Wann passend. Du hast ein In-House-Team, das das Ergebnis übernimmt. Der Umfang ist klein genug, dass eine Person ihn sauber liefert. Du bist mit Stundenabrechnung und mündlicher Discovery zufrieden. Vermeide für Greenfield-Produktiv-Apps ohne In-House-Engineering, das sie übernehmen kann.

Solo-Architekt

Ein Senior-Engineer, zwanzig Jahre dabei, der produktive Apps unter eigener Marke plant, baut, releast und betreibt — Festpreis, klarer Umfang, vollständige Übergabe. Das Modell, das diese Seite verkauft.

Stärken. Festpreis auf schriftlichem Umfang. Ende-zu-Ende-Verantwortung: dieselbe Person plant, codet, releast und betreibt das System. Schneller als eine Agentur, weil es keine internen Übergaben gibt. Niedrigere Gesamtkosten als eine Agentur bei gleichem Umfang, weil kein Vertriebs-/PM-Layer dazwischen sitzt.

Kosten. Bus-Faktor eins (wie Freelancer — gemindert durch saubere Übergabe-Doku und ein offenes Git-Repo ab Tag eins). Kapazitäts-Decke: ein Solo-Architekt liefert keine 12-Monats-Multi-Team-Produkte. Und das Modell funktioniert nur im Bereich 15k bis 100k € — darüber sind Agenturen sinnvoller.

Wann passend. Du willst eine produktive App zum Festpreis auf einen Festtermin geliefert, hast kein In-House-Team für einen Freelancer, und dein Umfang passt in 3 bis 4 Monate Senior-Engineering. MVP, produktive App und Architektur-Review landen genau hier.

Die ehrliche Vergleichstabelle

DimensionAgenturFreelancerSolo-Architekt
Preis-ModellFestpreis oder T&MStunden / TageFestpreis
Tagessatz-Äquivalent1.200 €–2.000 €600 €–1.100 €implizit ~1.500 € im Festpreis
Produktive App (typisch)80k €–150k €30k €–60k €30k €–60k €
MVP (typisch)40k €–60k €10k €–20k €15k €–25k €
Sweet-Spot-Budgetüber 100k €unter 30k €15k €–100k €
Zeit bis v1 (produktive App)4–6 Monate3–6 Monate3–4 Monate
Betrieb nach LaunchJaSeltenJa
Single Point of AccountabilityverteiltJaJa
Discovery-KostenOft 5k–15k €Keine oder T&MKostenfrei (48-Stunden-Briefing)
Code-ÜbergabeManchmalVertragsabhängigStandard bei Launch

Die kürzeste Entscheidungsregel

  • Budget > 100k € und mehrere Stakeholder → Agentur.
  • In-House-Engineering-Team, das das Ergebnis übernimmt → Freelancer.
  • Kein In-House-Team, festes Budget, produktives Ergebnis, 3–4-Monats-Horizont → Solo-Architekt.

Das musst du nicht als Antwort für dein Projekt akzeptieren — aber es ist die Antwort, die für die meisten Fälle hält, die mir untergekommen sind.

Wie es weitergeht

Projekt-Spannen, die drei Festpreis-Stufen und was jede enthält stehen auf der Preise-Seite. Der Cost-Guide zerlegt, wofür das Geld wirklich da ist. Und der MVP-vs.-produktive-App-Post sagt dir, ob du erst einen MVP brauchst. Wenn du bereit bist: einen Absatz auf der Kontakt-Seite — du bekommst innerhalb von 48 Stunden ein schriftliches Briefing zurück.

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