Du hast eine App-Idee, ein Budget, und willst sie gebaut bekommen. Es gibt am Markt genau drei Anbieter-Kategorien: Agenturen, Freelancer, Solo-Architekten. Von außen sehen sie ähnlich aus; in der Zusammenarbeit verhalten sie sich völlig unterschiedlich.
Hier ist der praktische Vergleich aus jemandem, der auf beiden Seiten Solo-Architekt war.
Agentur
Ein kleiner bis mittlerer Betrieb mit 5 bis 50 Entwicklern, Designern und Projektmanagern. Du kaufst ein Team, keine Person.
Stärken. Bench-Tiefe (jemand ist verfügbar), formale Prozesse (PM, QA, Design-System), Skalierbarkeit mitten im Projekt, ein Eskalations-Single-Point für Recht und Einkauf. Bei Budgets ab 120k € mit mehreren Stakeholdern zählt das.
Kosten. Kundenbetreuung, Vertrieb, Junior-Stellen, die mitbezahlt werden müssen, und eine Marge auf jede Senior-Stunde. Ergebnis: Agentursätze liegen typisch zwischen 1.200 € und 2.000 € pro Entwickler-Tag, und eine produktive App, die ein Solo-Architekt in drei Monaten liefert, liefert die Agentur in fünf — mit drei weiteren Leuten in den Meetings.
Wann passend. Budgets über 100k €, mehrere Stakeholder, Designer + PMs + Engineers unter einem Vertrag, oder du bist regulierter Betrieb mit Vendor-Management-Anforderungen, die der Freelancer-Markt nicht bedient.
Freelancer
Eine Person als Auftragnehmer unter eigenem Namen, üblich auf Stunden- oder Tagesbasis. Das reibungsärmste Anbieter-Modell — mit der höchsten Ergebnis-Varianz.
Stärken. Günstigster Tagessatz (typisch 600 € bis 1.100 €), schnellster Onboarding, kein Vertrieb. Zur Verstärkung eines bestehenden In-House-Teams oft die beste Wahl.
Kosten. Keine Verantwortung über die Rechnung hinaus. Kein Betrieb nach Launch — die meisten Freelancer übernehmen keinen Pager. Kein formaler Übergabe-Prozess; die Code-Qualität hängt komplett am Individuum. Und der Bus-Faktor ist eins: wird die Person krank, steht das Projekt.
Wann passend. Du hast ein In-House-Team, das das Ergebnis übernimmt. Der Umfang ist klein genug, dass eine Person ihn sauber liefert. Du bist mit Stundenabrechnung und mündlicher Discovery zufrieden. Vermeide für Greenfield-Produktiv-Apps ohne In-House-Engineering, das sie übernehmen kann.
Solo-Architekt
Ein Senior-Engineer, zwanzig Jahre dabei, der produktive Apps unter eigener Marke plant, baut, releast und betreibt — Festpreis, klarer Umfang, vollständige Übergabe. Das Modell, das diese Seite verkauft.
Stärken. Festpreis auf schriftlichem Umfang. Ende-zu-Ende-Verantwortung: dieselbe Person plant, codet, releast und betreibt das System. Schneller als eine Agentur, weil es keine internen Übergaben gibt. Niedrigere Gesamtkosten als eine Agentur bei gleichem Umfang, weil kein Vertriebs-/PM-Layer dazwischen sitzt.
Kosten. Bus-Faktor eins (wie Freelancer — gemindert durch saubere Übergabe-Doku und ein offenes Git-Repo ab Tag eins). Kapazitäts-Decke: ein Solo-Architekt liefert keine 12-Monats-Multi-Team-Produkte. Und das Modell funktioniert nur im Bereich 15k bis 100k € — darüber sind Agenturen sinnvoller.
Wann passend. Du willst eine produktive App zum Festpreis auf einen Festtermin geliefert, hast kein In-House-Team für einen Freelancer, und dein Umfang passt in 3 bis 4 Monate Senior-Engineering. MVP, produktive App und Architektur-Review landen genau hier.
Die ehrliche Vergleichstabelle
| Dimension | Agentur | Freelancer | Solo-Architekt |
|---|---|---|---|
| Preis-Modell | Festpreis oder T&M | Stunden / Tage | Festpreis |
| Tagessatz-Äquivalent | 1.200 €–2.000 € | 600 €–1.100 € | implizit ~1.500 € im Festpreis |
| Produktive App (typisch) | 80k €–150k € | 30k €–60k € | 30k €–60k € |
| MVP (typisch) | 40k €–60k € | 10k €–20k € | 15k €–25k € |
| Sweet-Spot-Budget | über 100k € | unter 30k € | 15k €–100k € |
| Zeit bis v1 (produktive App) | 4–6 Monate | 3–6 Monate | 3–4 Monate |
| Betrieb nach Launch | Ja | Selten | Ja |
| Single Point of Accountability | verteilt | Ja | Ja |
| Discovery-Kosten | Oft 5k–15k € | Keine oder T&M | Kostenfrei (48-Stunden-Briefing) |
| Code-Übergabe | Manchmal | Vertragsabhängig | Standard bei Launch |
Die kürzeste Entscheidungsregel
- Budget > 100k € und mehrere Stakeholder → Agentur.
- In-House-Engineering-Team, das das Ergebnis übernimmt → Freelancer.
- Kein In-House-Team, festes Budget, produktives Ergebnis, 3–4-Monats-Horizont → Solo-Architekt.
Das musst du nicht als Antwort für dein Projekt akzeptieren — aber es ist die Antwort, die für die meisten Fälle hält, die mir untergekommen sind.
Wie es weitergeht
Projekt-Spannen, die drei Festpreis-Stufen und was jede enthält stehen auf der Preise-Seite. Der Cost-Guide zerlegt, wofür das Geld wirklich da ist. Und der MVP-vs.-produktive-App-Post sagt dir, ob du erst einen MVP brauchst. Wenn du bereit bist: einen Absatz auf der Kontakt-Seite — du bekommst innerhalb von 48 Stunden ein schriftliches Briefing zurück.