Auf der Startseite von theapparchitect.com steht eine Zahl, die mich seit Tagen stört: „116 GitHub Stars“. Sie soll Vertrauen schaffen. Das tut sie aber nicht, jedenfalls nicht bei jemandem, der eine App entwickeln lassen will und sich fragt, ob ich das wirklich kann. GitHub-Sterne sind eine Kennzahl für Eingeweihte. Einem Geschäftsinhaber sagen sie ungefähr so viel wie der Kicker im Pausenraum. Also habe ich sie entfernt.
Das Problem mit falschem Social Proof
An ihre Stelle habe ich eine einfachere und ehrlichere Zahl gesetzt: vier Apps live im App Store. Das klingt nach weniger, wirkt aber stärker, weil es etwas Überprüfbares und Relevantes aussagt. Wer wissen will, ob dieser Entwickler schon echte Apps veröffentlicht hat, bekommt jetzt eine direkte Antwort. Die Änderung habe ich auf beiden Websites gleichzeitig umgesetzt, auf theapparchitect.com (DE und EN) und auf marcelrgberger.com. Drei Commits für dieselbe inhaltliche Entscheidung: Einmal brauchte es den Mut, die Zahl zu streichen, dreimal die Konsequenz.
Kurz aufgehalten hat mich dabei, dass die englische und die deutsche Fassung von theapparchitect.com an dieser Stelle unterschiedliche Kennzahlen zeigten. Die englische Seite nannte bereits die App-Store-Zahl, die deutsche noch die GitHub-Sterne. Solche Abweichungen schleichen sich ein, wenn man Seiten in zwei Sprachen pflegt und eine Korrektur nur auf einer davon vornimmt. Bemerkt habe ich es erst beim zweiten Durchsehen. Schön ist das nicht, aber jetzt ist es einheitlich.
Das Buchungsformular hinter dem Klick
Die zweite Korrektur dieser Woche war gedanklich einfacher, dürfte aber mehr bewirken. Bisher lag das Cal.com-Buchungsformular auf theapparchitect.com hinter einem Klick: erst einen Button drücken, dann öffnet sich der Kalender. Ich hatte das letzte Woche als DSGVO-Einwilligung eingebaut und damals für sinnvoll gehalten. Diese Woche habe ich es zurückgenommen.
Die DSGVO-Logik bleibt, nur das Verstecken fällt weg. Der Kalender ist jetzt sofort sichtbar, ohne dass jemand erst einen Button anklicken muss. Die Einwilligung läuft im Hintergrund, und der Besucher sieht auf einen Blick, ob nächste Woche noch ein Termin frei ist. In der Umsetzung ist das ein kleiner Unterschied, im Erlebnis ein großer. Ein Buchungsformular, das man erst suchen muss, ist kein Buchungsformular, sondern eine Hürde.
Ehrlich gesagt hätte ich es von Anfang an so bauen sollen. Ich war zu sehr auf die technische Lösung fixiert, also darauf, die Einwilligung korrekt umzusetzen, und habe dabei das Nutzererlebnis aus dem Blick verloren. Ein klassischer Fehler, den ich hier festhalte, damit ich ihn beim nächsten Mal früher erkenne.
Nebenschauplatz: CivoCloudManager
Auch auf der Marketingseite von CivoCloudManager, meiner nativen macOS-App zur Verwaltung von Civo-Cloud-Infrastruktur, habe ich diese Woche aufgeräumt. Im Hero-Bereich stimmte der Vertrauensstreifen nicht: Wiederverwendete Screenshots hatten falsche Alt-Texte, und ein kurzer Hinweis auf die macOS-Systemanforderungen fehlte. Das sind Kleinigkeiten, aber genau solche, die Besucher unbewusst zweifeln lassen.
Inhaltlich spannender war die Änderung am Hinweis auf das kostenlose Angebot. Ich stelle jetzt deutlicher heraus, dass der Einstieg in Civo kostenlos ist. Für mögliche Nutzer ist das wichtig, auf der alten Seite war es aber kaum zu erkennen. Jetzt steht es weiter oben und klarer formuliert. Das war überfällig.
Was diese Woche eigentlich war
Vier Commits in drei Repositories, kein neues Feature. Das klingt nach einer ruhigen Woche, und von außen betrachtet war sie das auch. Gerade diese Arbeit lässt sich aber am schwersten beschreiben: Ich habe nicht gebaut, sondern korrigiert. Statt neuer Inhalte gibt es ehrlichere Inhalte, und statt mehr zu zeigen, zeige ich jetzt das Richtige.
Wenn Sie überlegen, eine App entwickeln zu lassen, kommt es genau auf diesen Unterschied an. Entscheidend ist nicht, wie viel jemand ausliefert, sondern ob er merkt, wenn etwas nicht stimmt, und es dann auch wirklich ändert. Was ich baue und wie ich arbeite, finden Sie unter Leistungen.
Die aktuelle Fassung von theapparchitect.com ist live. Wer einen Termin buchen möchte, sieht den Kalender jetzt direkt auf der Startseite, ohne Klick und ohne Umweg.