Einmal im Jahr hebt Google die Android-Version an, die Apps bei Google Play mindestens als Ziel angeben müssen. Eine App, um die sich niemand kümmert, verpasst das unbemerkt, bis das nächste Update abgelehnt wird oder neue Kunden sie nicht mehr finden.
Fristen laut Googles Seite zu den Anforderungen an das Ziel-API-Level für Google-Play-Apps, abgerufen am 8. Oktober 2026. Es entscheidet Google; maßgeblich ist dessen Seite.
Welche Fristen jetzt gelten
Für Smartphones und Tablets gelten seit dem 31. August 2026 zwei Regeln:
- Neue Apps und Updates müssen Android 16 (API-Level 36) oder höher als Ziel angeben, sonst nimmt Google Play sie nicht an.
- Bestehende Apps brauchen mindestens Android 15 (API-Level 35), damit neue Nutzer sie auf Geräten mit neuerer Android-Version weiter finden.
Für andere Gerätearten gilt bei neuen Apps und Updates ein eigenes Mindestziel:
| Art der App | Neue Apps und Updates brauchen |
|---|---|
| Smartphones und Tablets | Android 16 (API-Level 36) |
| Wear OS, Android Automotive OS | Android 15 (API-Level 35) |
| Android TV, Android XR | Android 14 (API-Level 34) |
Ausgenommen sind Apps, die dauerhaft privat sind und nur innerhalb einer Organisation verteilt werden.
Google Play meldet, Ihre App ist betroffen. Was jetzt?
Drei Schritte, in dieser Reihenfolge:
- Aktuelles Ziel prüfen: Es steht als targetSdkVersion in den Build-Einstellungen der App.
- Verlängerung beantragen, wenn Sie Zeit brauchen. Google gewährt sie bis zum 1. November 2026, über ein Formular in den Benachrichtigungen der App in der Play Console.
- Update planen: Ziel anheben, die davon abhängigen Bibliotheken und Build-Werkzeuge aktualisieren, auf echten Geräten testen und veröffentlichen.
Kann auf Ihrer Seite niemand die App mehr bauen, ist das Target API Level nicht das eigentliche Problem. Dann geht es zuerst darum, wer Code, Signierschlüssel und Play-Console-Konto in der Hand hat. Das klärt der App-Check für 1.690 €.
Was das Update meist umfasst
Mit dem neuen Ziel greifen die Verhaltensänderungen der jeweiligen Android-Version. Für Android 16 nennt Googles Liste der Verhaltensänderungen (englisch) zwei Punkte, die viele Apps treffen:
- Randlose Darstellung ohne Ausweg: Die App zeichnet hinter Status- und Navigationsleiste, Bildschirme brauchen dann oft neue Abstände.
- Große Bildschirme: Auf Bildschirmen mit mindestens 600dp kleinster Breite, etwa Tablets und vielen Faltgeräten, ignoriert Android standardmäßig die Vorgaben der App zu Ausrichtung und Größe. Ein reines Hochformat-Layout muss dann auch quer und in breiten Fenstern funktionieren. Spiele sind ausgenommen, und ein vorübergehender Verzicht ist möglich.
Die nächste Frist steht schon fest: Apps mit Ziel Android 15 oder höher müssen 16-KB-Speicherseiten unterstützen, und ab dem 1. Februar 2027 lehnt Google Play Updates ohne diese Unterstützung ab, so Googles Anleitung zu Seitengrößen (englisch). Betroffen sind vor allem Apps mit nativem Code oder älteren Bibliotheken.
Und beim iPhone?
Apple hat eine vergleichbare Regel. Laut Apples Übersicht kommender Anforderungen (englisch) müssen Apps seit dem 28. April 2026 mit Xcode 26 oder neuer und dem SDK für iOS 26 gebaut sein, wenn sie in App Store Connect hochgeladen werden, und seit dem 9. September 2026 mindestens iOS 13 als Ziel haben. Ist der Build einer App Jahre alt, sind meist beide Plattformen gleichzeitig auf Stand zu bringen.
Wer darauf achtet
Store-Fristen kommen jedes Jahr, nach dem Kalender von Google und Apple. In der App-Pflege für 1.200 € im Monat gehören sie zur Aufgabe: neue Android- und iOS-Versionen, SDK-Updates und Store-Fristen werden erledigt, bevor sie ein Release blockieren. Hat die App gerade keinen Entwickler, sichert die App-Übernahme ab 9.000 € Konten und Schlüssel auf Ihren Namen und reicht das erste Update aus Ihren eigenen Konten ein. Alle Preise netto; die steuerliche Behandlung wird vor Vertragsschluss geklärt und im Angebot festgehalten.